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3. Gebärdensprachdolmetscher

Gebärdensprachdolmetscher (nicht: Gebärdendolmetscher) dolmetschen zwischen Personen, die jeweils nur in Lautsprache oder Gebärdensprache hinreichend geübt sind, z.B. bei Veranstaltungen oder Konferenzen, auf denen eine der beiden Sprachen die Mehrheitssprache ist. Spätestens seit 2002 ist mit Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) der Anspruch gehörloser Menschen auf Gebärdensprachdolmetschdienst (insbesondere bei Behörden, Polizei und Gericht, aber auch am Arbeitsplatz) gesetzlich geregelt.

Ausbildungen zum Gebärdensprachdolmetscher werden als Vollzeitstudium, etwa an der Universität Hamburg [link], an der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) [link] oder als berufsbegleitende Weiterbildung, beispielsweise an der Fachhochschule Frankfurt [link], angeboten. Ab Ende 2006 ist ein qualifizierter Abschluss als Gebärdensprachdolmetscher in vielen Bereichen erforderlich. Eine staatliche Prüfung bieten das Amt für Lehrerbildung in Darmstadt [link] und das Gehörlosen Institut Bayern (GIB) [link] in Nürnberg an. Die akademischen Diplome der Universitäten und Fachhochschulen werden der staatlichen Prüfung gleichgestellt.

Umfangreiche Informationen zum Berufsbild bietet die Website "dgsd.de - Informationen zum Gebärdensprachdolmetschen" [link].

Der Bundesverband der Gebärdensprachdolmetscherinnen Deutschlands (BGSD) e.V. ist die berufsständische Vertretung der in Deutschland organisierten Gebärdensprachdolmetscher und -dolmetscherinnen [link].

4. Gebärdenschrift

Gebärdensprache hat sich bisher nicht für den Alltagsgebrauch zuverlässig verschriftlichen lassen, obwohl es bereits mehrere Ansätze dazu gibt. Für wissenschaftliche Forschungen existieren jedoch „Notationssysteme“ wie z. B. das HamNoSys (Hamburger Notationssystem); sie arbeiten z. B. mit der Zerlegung jeder Gebärde in Handform, Handstellung, Körperbereich, Bewegungsausführung etc. und der jeweils entsprechenden Darstellung. In der Praxis findet auch die so bezeichnete Gebärdenschrift [link] am Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte in Osnabrück Anwendung. Sie wird mit Erfolg ab der ersten Klasse eingesetzt.

5. Manuelle Kodierungssysteme für die deutsche Sprache

Von der Gebärdensprache abzugrenzen sind die sogenannten manuell-visuellen Kodierungssysteme der deutschen Sprache:

• Fingeralphabet,
• Lautsprachbegleitende Gebärden (LBG) oder gebärdetes Deutsch,
• Lautsprachunterstützende Gebärden (LUG).
• Gebärdenunterstützte Kommunikation (GuK)

6. Siehe auch

• Liste der Gebärdensprachen
• Geschichte der Gebärdensprachen
• Lormen
• Gestuno
• Signuno

7. Medien

• Günter Maisch / Fritz H. Wisch: "Gebärden-Lexikon" 7. Auflage, Verlag hörgeschädigte kinder GmbH, ISBN 3-924055-06-8
• CD-ROMs zum Gebärden-Lexikon Band 1 Verlag hörgeschädigte kinder gGmbH,
• Grundkurs Deutsche Gebärdensprache Signum Verlag, ISBN 3-927731-69-2, mit Arbeitsvideo zum Gebärdensprachkurs
• Karin Kestner: 777 Gebärden, Gebärdenlexikon mit ca. 3 x 900 Einzelgebärden als Videodarstellung, sowie ca. 70 Sätzen in Gebärdensprache, 3 CD- ROMs oder DVD und Tommys Gebärdenwelt 1-3 für Kinder - Verlag Karin Kestner
• Die Firma, CD-ROM, Selbstlernkurs für Gebärdensprache, Signum Verlag, ISBN 3-927731-73-0
• Deutschschweizerische Gebärdensprache: Lexikon mit 3000 Videos, CD-ROM ISBN 3-906152-06-5
• CD-Rom 1 "Deutschschweizerische Gebärdensprache für Kinder" Basiswortschatz für die Kommunikation mit gehörlosen Kindern, 740 Gebärden und 250 Beispielsätze ISBN 3-906152-01-4
• Penny Boyes Braem: Einführung in die Gebärdensprache und ihre Erforschung, ISBN 3-927731-10-2*
• Wolfgang Georgsdorf: Mudra. Multimediapaket zur Österreichischen Gebärdensprache. Fischer Film 2001, mudra.org



8. Literatur

• Irene Leber / Jörg Spiegelhalter: Das Gebärdenliederbuch - Mit den Händen singen (2004)

• Oliver Sacks: Stumme Stimmen, ISBN 3-499-19198-9

• Nora Ellen Groce: Jeder sprach hier Gebärdensprache, Erblich bedingte Gehörlosigkeit auf der Insel Martha's Vineyard 1990 Aus dem Amerikanischen übersetzt von Elmar Bott ISBN 3-927731-02-1

• Susan Schaller: Ein Leben ohne Worte Knaur 1992 ISBN 3-426-75002-3

9. Weblinks

9.1. Bibliographie der Gebärdensprachen

• International Bibliography of Sign Language

9.2. Online-Gebärdensprach-Lexika

9.2.1. Österreichische Gebärdensprache

• ÖGS-Lexikon
• SignLex.org zu IT Begriffen
• Wörterbuch



9.2.2. Deutsche Gebärdensprache

• Allgemeines Gebärdenlexikon
• Fachgebärdenlexikon Psychologie
• Fachgebärdenlexikon Sozialarbeit/Sozialpädagogik

9.3. Online-Kurse

• Schnupperkurs Gebärdensprache
• Harald Schmidt präsentierte in seiner Sendung vom 2005-09-08 den Beitrag der ZEIT: Politiker-Namen in Gebärdensprache

9.4. Institutionen

• Institut für Deutsche Gebärdensprache in Hamburg
• Informationen zum Gebärdensprachdolmetschen
• Österreichischer Gebärdensprach-DolmetscherInnen-Verband
• Arbeitsgruppe für Gebärdensprache & Gehörlosenkutur, Universität Graz
• Deaf & Sign Language Research Group an der RWTH Aachen

9.5. Gebärdenschrift

• Gebärdenschrift: SignWriting für DGS
• Notationssystem HamNoSys

Wiktionary: Weiteres zu Wortherkunft, Synonymen und Übersetzungen von [link]

[Quelle]
[Enzyklopädie: Gebärdensprache. DB Sonderband: Wikipedia 2005/2006, S. 287809]